Koordinationstraining für tierische Fähigkeiten

Was in der freien Wildbahn überleben lässt, verhilft auf dem Tennisplatz zu Punkten.

Medical Tribune Bericht

WIESBADEN – Die Geschmeidigkeit einer sich anschleichenden Katze, die Schnelligkeit eines Wiesels auf der Flucht und das Timing eines Raubvogels beim Zugriff – wer sportliche Eigenschaften anstrebt, die auch nur annähernd mit solchen Bildern zu beschreiben sind, muss nicht nur seine Sinne und Muskeln extrem trainieren, sondern vor allen Dingen ihr Zusammenspiel perfektionieren.

 

Koordination ist bei nahezu allen Sportarten elementar. Und es gibt Sportarten, bei denen geht ohne Koordination gar nichts. Zum Beispiel: Tennis. Diese Art von Ballwechsel erfordert große Beweglichkeit, schnelle Reaktionen, taktisches Denken – und eben eine sehr gute Koordination. Dass dabei auch die Spieltechnik sitzen muss, ist selbstverständlich – ohne Koordinationsfähigkeit ist jedoch das Erlernen der Technik nachweislich erschwert. Je besser dagegen die Koordination, desto gradliniger, müheloser und präziser erreicht der Spieler das Bewegungsziel. Die Bewegungsabläufe werden geschmeidiger und ökonomischer, der Ermüdungsgrad sinkt.

Koordinationsfähigkeit ist das A & O

Die Koordinationsfähigkeit gehört also zu den Faktoren im Tennissport, die letztendlich den Erfolg des Spielers ausmachen. In der Praxis heißt das zum Beispiel: Ein Amateur kann eine Vorhand perfekt „cross“ oder „longline“ schlagen – so die Insidersprache. Ein Profi dagegen hat in einer vergleichbaren Situation die Möglichkeit, noch schnell auf einen „Lob“ oder einen „Stoppball“ zurückzugreifen oder den Ball „kurz cross“ mit viel Drall zurückzuspielen. Denn je besser die Koordinationsfähigkeit eines Tennisspielers, umso mehr Möglichkeiten kann er aus einer Spielsituation entwickeln. Aber jeder Spieler kann sich zu jeder Zeit verbessern: Durch intensives Koordinationstraining, bei dem man sich nicht von anfänglichen Misserfolgen entmutigen lassen darf, verinnerlicht man die wichtigsten Grundschläge und erreicht damit ein kräfteschonendes Spiel.

Wir können nicht alle Becker heissen

Selbstverständlcih gibt es dabei natürliche Grenzen der Erlernbarkeit, ein wenig Talent braucht es eben doch dazu. Aber wir können ja auch nicht alle Becker heißen ... Der Münchener Sportmediziner Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt rät zunächst zu maximal drei Trainingseinheiten pro Woche. Dabei sollen Schultern, Wirbelsäule, Hüft- und Kniegelenke nur allmählich an die Belastungen herangeführt werden, die das ständige Beschleunigen und das recht harte Bremsen hervorrufen. Die eigene körperliche Fitness und die Wetterbedingungen sind auch zu berücksichtigen! Wer akute oder chronische Beschwerden der Knie-, Hüft- und Schultergelenke oder der Wirbelsäule hat, lässt sich vor der Aufnahme des Trainings besser vom Arzt beraten. Spielen auf Sandplätzen ist übrigens gelenkschonend! Gutes Schuhwerk mit Dämpfungspuffern und ein Sweatshirt oder Pullunder, um beim Einspielen den Rücken warm zu halten, gehören genauso in die Sporttasche wie ein zur Spielstärke passender, gut bespannter Schläger.Unter solchen Voraussetzungen ist Tennis übrigens ein Sport, der lebenslang gespielt werden kann. Auch mit 80 lässt sich also noch gegen die Enkel spielen – und gewinnen.  

5 x Spaß und Koordination

*       Bälle fangen: Nehmen Sie einen Tennisball in die linke und einen in die rechte Hand. Werfen Sie beide Bälle gleichzeitig 50–80 cm hoch und fangen Sie sie wieder auf.

*       Jonglieren: Nehmen Sie zwei Tennisbälle in eine Hand. Werfen Sie den einen Ball 50–80 cm nach oben. Bevor Sie ihn wieder fangen, werfen Sie den anderen Ball hinterher, sodass Sie die Hand für den ersten Ball wieder frei haben. 

*       Ball abfangen: Legen Sie einen Tennisball auf den Schläger und werfen Sie ihn mit einem Schubs senkrecht hoch. Fangen Sie ihn so mit dem Schläger wieder auf, dass er nicht auf dem Netz springt.

*       Links-Spieler: Versuchen Sie einen Ballwechsel „mit links“ (Linkshänder: mit rechts) auf kleine Entfernung.

*       Ball-Pirouette: Werfen Sie einen Tennisball nach oben und drehen Sie sich schnell einmal um die eigene Achse, bevor Sie den Ball wieder fangen.